Weihnachtslied · Text 1816 · Melodie 1818
Stille Nacht, heilige Nacht: Liedtext, alle sechs Strophen und die Nacht von 1914
„Stille Nacht“ ist das bekannteste Weihnachtslied der Welt. Hier finden Sie den Liedtext, wie er heute gesungen wird, alle sechs Strophen, die Joseph Mohr geschrieben hat, und die Geschichte des Liedes. Sie reicht bis zum Heiligabend 1914, als Soldaten es an der Front sangen, ein paar Dutzend Meter von ihren Feinden entfernt.
Der Liedtext von „Stille Nacht“, wie er heute gesungen wird
So steht das Lied im Evangelischen Gesangbuch (Nr. 46) und im katholischen Gotteslob (Nr. 249).
Stille Nacht, heilige Nacht!Alles schläft, einsam wachtnur das traute, hochheilige Paar.Holder Knabe im lockigen Haar,schlaf in himmlischer Ruh,schlaf in himmlischer Ruh.
Stille Nacht, heilige Nacht!Hirten erst kundgemacht,durch der Engel Hallelujatönt es laut von fern und nah:Christ, der Retter, ist da,Christ, der Retter, ist da!
Stille Nacht, heilige Nacht!Gottes Sohn, o wie lachtLieb aus deinem göttlichen Mund,da uns schlägt die rettende Stund,Christ, in deiner Geburt,Christ, in deiner Geburt.
Alle sechs Strophen von Joseph Mohr
Mohr schrieb sechs Strophen. Drei davon kennt heute kaum jemand. Hier stehen alle sechs so, wie Franz Xaver Gruber sie um 1860 aufschrieb, in der Schreibweise jener Zeit.
Stille Nacht! Heilige Nacht!Alles schläft; einsam wachtNur das traute heilige Paar.Holder Knab’ im lockigten Haar,Schlafe in himmlischer Ruh!Schlafe in himmlischer Ruh!
Stille Nacht! Heilige Nacht!Gottes Sohn! O wie lachtLieb’ aus deinem göttlichen Mund,Da uns schlägt die rettende Stund’.Jesus in deiner Geburt!Jesus in deiner Geburt!
Stille Nacht! Heilige Nacht!Die der Welt Heil gebracht,Aus des Himmels goldenen HöhnUns der Gnaden Fülle läßt seh’nJesum in Menschengestalt,Jesum in Menschengestalt
Stille Nacht! Heilige Nacht!Wo sich heut alle MachtVäterlicher Liebe ergoßUnd als Bruder huldvoll umschloßJesus die Völker der Welt,Jesus die Völker der Welt.
Stille Nacht! Heilige Nacht!Lange schon uns bedacht,Als der Herr vom Grimme befreit,In der Väter urgrauer ZeitAller Welt Schonung verhieß,Aller Welt Schonung verhieß.
Stille Nacht! Heilige Nacht!Hirten erst kundgemachtDurch der Engel Alleluja,Tönt es laut bei Ferne und Nah:Jesus der Retter ist da!Jesus der Retter ist da!
Die drei vergessenen Strophen weiten den Blick vom Stall auf die ganze Welt. Die dritte spricht vom Heil für die Welt, die fünfte von Schonung für alle. Die vierte sagt es am deutlichsten: Jesus umschließt „als Bruder“ die Völker der Welt.
Stille Nacht zum Ausdrucken
Die gesungene Fassung und alle sechs Strophen gibt es als PDF zum Ausdrucken, mit QR-Code zu dieser Seite, und als Word-Datei für Ihr Liedblatt oder Gottesdienstblatt.
Stille Nacht: alle Strophen als PDF1 Seite A4 · mit Quellenzeile und QR-Code · 59 KBDieselbe Fassung als Word-Datei zum Bearbeitenfür Liedblatt, Gottesdienstblatt und Gemeindebrief · 12 KB- Text und Melodie
- gemeinfrei: Joseph Mohr (1816), Franz Xaver Gruber (1818)
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Quellenzeile: Zusammenstellung: Bernd Blasius, Autor von „Wer zuerst aufsteht“ (Edition Resonanz 2026). Alle Strophen und die Geschichte des Liedes: humane-weltformel.de/weihnachtsfrieden-1914/stille-nacht
Warum singen wir nur drei Strophen?
Der Hamburger Johann Hinrich Wichern, der Gründer der Diakonie, nahm für sein Liederbuch nur die ersten beiden Strophen auf und stellte die sechste zwischen sie. Diese Auswahl ging in die Gesangbücher ein und gilt bis heute. In den heutigen Fassungen sind auch einzelne Wörter geglättet: Aus „Jesus“ wurde „Christ“, aus dem „lockigten“ das „lockige“ Haar.
Wie entstand „Stille Nacht“?
Joseph Mohr schrieb das Gedicht 1816 als junger Hilfspriester in Mariapfarr im Lungau. 1818 wirkte er in Oberndorf an der Salzach. Am Heiligen Abend bat er den Lehrer und Organisten Franz Xaver Gruber, eine Melodie für zwei Stimmen und Gitarre zu schreiben. In der Nacht sangen die beiden das Lied zum ersten Mal, vor der Krippe in der Kirche St. Nikola: Mohr die erste Stimme mit der Gitarre, Gruber die zweite.
Oft heißt es, die Orgel sei kaputt gewesen, Mäuse hätten den Blasebalg zerfressen. Belegt ist das nicht, und warum Gruber für Gitarre schrieb, ist nicht sicher überliefert. Die Kirche St. Nikola steht heute nicht mehr. An ihrer Stelle erinnert die Stille-Nacht-Kapelle an jenen Abend.
Wie ging das Lied um die Welt?
Den ersten Schritt machte ein Handwerker. Der Orgelbauer Karl Mauracher aus Fügen im Zillertal kannte Mohr und Gruber und nahm das Lied mit in seine Heimat. In Fügen erklang es schon 1819 in der Christmette, und die Geschwister Rainer aus dem Kirchenchor nahmen es in ihr Programm. Die Geschwister Strasser, die als Handschuhhändler über die Märkte zogen, hatten es dabei, als sie 1831 ihren Stand auf dem Leipziger Weihnachtsmarkt aufschlugen. 1833 erschien in Dresden der erste Druck, auf einem Flugblatt.
Bald kannte man das Lied, aber nicht mehr seine Urheber. 1854 bat die Hofkapelle des preußischen Königs das Stift Sankt Peter in Salzburg um eine Abschrift; in Berlin hielt man das Lied für ein Werk von Michael Haydn. So stieß man auf Gruber, der inzwischen in Hallein lebte. Am 30. Dezember 1854 schrieb er seine „Authentische Veranlassung“ auf und stellte klar, wer Text und Melodie geschaffen hatte. 1859 übertrug der Priester John Freeman Young in New York drei Strophen ins Englische. In dieser Fassung singt die englischsprachige Welt das Lied bis heute.
Heiligabend 1914: „Stille Nacht“ zwischen den Gräben
Im Dezember 1914 lagen sich Deutsche, Briten, Franzosen und Belgier in Gräben gegenüber, von der Nordsee bis zur Schweizer Grenze. Am Heiligen Abend stellten deutsche Soldaten an vielen Stellen in Flandern und Nordfrankreich kleine Bäume mit Kerzen auf die Brüstung und sangen. „Stille Nacht“ war dabei. Von der anderen Seite kamen eigene Lieder zurück.

Wie das Lied in dieser Nacht über das Niemandsland klang und was Männer auf beiden Seiten darüber schrieben, erzählt das zweite Kapitel des Buches „Wer zuerst aufsteht“. Sie können es in der Leseprobe kostenlos lesen.
Was am nächsten Morgen geschah, steht auf unserer Seite Weihnachtsfrieden 1914: Was an der Front wirklich geschah
Eine wahre Geschichte aus jenen Tagen zum Vorlesen, mit Liedern für den Gottesdienst: Die Lichter brannten noch
Das Buch: Wer zuerst aufsteht
Wer zuerst aufsteht – Der Weihnachtsfrieden von 1914 und der Mut, unsere Gräben zu verlassen von Bernd Blasius erzählt diese Nacht aus den Briefen und Berichten der Männer, die sie erlebt haben, und fragt, was sie für die Gräben an unseren eigenen Tischen bedeutet.
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Quellen
Geprüft am 5. November 2026.
- Wikipedia: Stille Nacht, heilige Nacht
- Stille Nacht Gesellschaft: Text and Music
- evangelisch.de: Die sechs Original-Strophen von „Stille Nacht“
- Wikipedia (englisch): Silent Night
- Christian Lübcke, Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge: „Stille Nacht, heilige Nacht“? Der Traum vom Weihnachtsfrieden (23.12.2024)